Der FC Kölliken macht gegen Tabellenschlusslicht Gränichen zu wenig aus seinen Chancen und zu viele Fehler und verliert mit 1:2.

 

«Beissen, laufen, kommt Jungs, das ist unser Spiel, das ist unser Sieg», ruft Gränichens Goalie Alban Gecaj seinen Vorderleuten zu. Noch sind 10 Minuten zu spielen. Trainer Felipe Giacomini hält es schon lange kaum mehr aus an der Seitenlinie, tigert nervös und laut Anweisungen schreiend umher. Keine Frage: Die Gränicher riechen den Sieg – es wäre der erste in der laufenden Saison. Gegner Kölliken hatte definitiv etwas dagegen, dass die Gäste drei Zähler nach Hause nahmen. Jedenfalls liessen die Platzherren mit ihrem Einsatz keinen Zweifel aufkommen, dass sie ebenfalls gewinnen wollten. Doch einmal mehr verdribbelten sich in der 81. Minute mehrere Spieler im Strafraum, statt aufs Tor zu schiessen. Auch die letzte gute Chance in der 88. Minute verstrich ungenutzt. Und so jubelte Gränichen nach der für sie schier endlosen vierminütigen Nachspielzeit über den ersten Dreier. Düster war die Stimmung hingegen bei den Köllikern, die nach dem Schlusspfiff ein paar Minuten im Kreis zusammensassen, ehe Trainer Pjeter Cubi nach ein paar kritisierenden, aber auch aufmunternden Worten den Spielern wieder auf die Beine half. «Wir haben uns in der ersten Halbzeit selber geschlagen», befand Cubi, «unsere individuellen Fehler waren eine Einladung zum Sieg, und die nahm Gränichen an.» Den Freiraum und die Patzer ausgenutzt In den ersten 20 Minuten waren es zu ungenaue Abschlüsse bei schön herausgespielten Chancen, die eine Führung verhinderten. Dann ergatterte, als sich der FCK in der Angriffsauslösung befand, Patriot Haliti den Ball, lancierte einen Sturmlauf, entwischte auch der Offside-Falle und stellte auf 1:0. In der 35. Minute verstolperte Durim Racaj den Ball als hinterster Feldspieler. Gränichens Ramon Egli reagierte blitzschnell und nutzte den Freiraum und die Zeit vor Goalie Remo Schenk, um Mass zu nehmen und mühelos zum 2:0 einzuschieben. Drei Minuten später landete eine Flanke von Albert Marku statt bei einem Mitspieler im Strafraum am Pfosten und prallte von da ins Tor zum 1:2-Pausenstand. Eine Pleite, die wehtut und die unnötig war Kölliken blieb auch in der zweiten Hälfte die aktivere, spielbestimmende Mannschaft, allen voran der wirblige Marku sorgte für Druck. In der 48. Minute suchte er, umzingelt von vier Gränichern, aus der Drehung heraus den Torerfolg. Albert Rudaj (55.) sah seinen Schuss am Goalie abprallen und Biedar Binakus (56.) Knaller war ebenfalls Beute von Alban Gecaj. «Wir haben zu wenig gemacht aus unseren Möglichkeiten», konstatierte Pjeter Cubi. Danach erzeugte Gränichen nochmal Druck, kam aber auch nicht mehr zu Zählbarem. Die Gäste retteten die Führung über die Zeit und verbesserten sich auf den zweitletzten Rang. «Es tut weh, weil diese Niederlage absolut unnötig war», gab Köllikens Trainer zu, blickte aber optimistisch nach vorne: «Es kehren einige Spieler zurück, die angeschlagen waren, und wenn wir seriös weiterarbeiten, kommt der nächste Erfolg sicher bald.»

 

Melanie Gamma