Der FC Kölliken ist das 2.-Liga-Team der Stunde. Nach den zwei Siegen gegen Oftringen und in Frick feierte die Mannschaft von Trainer Marco Wüst beim 1:0 Heimsieg gegen den FC Rothrist den dritten Vollerfolg und grüsst mit dem Punktemaximum vom zweiten Tabellenplatz. Besonders bemerkenswert: Noch haben die Kölliker kein Gegentor kassiert. «Wir stehen stabil, kämpfen um die Punkte und verdienen uns diese Siege. Und wir wissen, woher wir kommen», begründete Marco Wüst den starken Saisonstart. Seine Erklärung hätte ebenso als Zusammenfassung für den zweiten Derbysieg hinhalten können: Denn die Kölliker hatten in Spiel, obwohl sie durch Albert Marku zweimal am Führungstor schnupperten. Erst, als Marku in der 51. Minute einen «zweiten Ball» nach einem Freistoss direkt zum 1:0 in die Maschen setzte, war der Gastgeber die tonangebende Mannschaft. «Wir sind drangeblieben und wollten diesen Sieg. Vielleicht haben wir uns zu Hause auch etwas wohler gefühlt als der Gegner», meinte Marco Wüst.

Der FC Rothrist hingegen baute nach dem Rückschlag ab, statt sich gegen die drohende Niederlage zu wehren. Mit Ausnahme von Dejan Skopljaks Kopfball, der aus kurzer Distanz in den Armen von Köllikens Torhüter Daniele Persichini landete (83. Minute), und Lino Zobrists Schuss (90.) tauchte der 2.-Liga-inter-Absteiger in der zweiten Halbzeit nie gefährlich vor dem gegnerischen Gehäuse auf. Noch vor der Pause präsentierten sich die Stärkeverhältnisse in einem anderen Licht: Die Gäste waren öfters in Ballbesitz, schafften es jedoch nicht, aus ihrem leichten Übergewicht Profit zu schlagen. Nachdem Dejan Skopljak das 1:0 mit seinem Schlenzer (27.) verpasste, versprang Volkan Karaboga der Ball alleine vor Daniele Persichini (35.) im ungünstigsten Moment. Zudem haderten die Rothrister mit dem Pech, sowohl bei Persichinis «Rempler» als letzter Mann (21.) im Laufduell mit Lino Zobrist wie auch bei Karabogas Pfostenschuss (39.).

«Bis zum Gegentor hatten wir den Gegner im Griff», sagte Rothrists Co-Trainer Oscar Muino. Dann sei der Bruch gekommen. «Spielerisch haben wir nach dem 0:1 nichts mehr zustande gebracht, auch wenn Kölliken hinten kompakt stand und uns das Leben schwer gemacht hat», erklärte Muino. Eine weitere mögliche Ursache ortete er im mentalen Bereich. «Vielleicht haben wir wegen unserer dominanten ersten Halbzeit den Rückschlag nicht verarbeiten können», so Muino. Während der FC Rothrist vier Tage nach dem Erstrunden-Aus im Aargauer Cup gegen den Drittligisten Bremgarten (3:4) somit den nächsten Dämpfer einstecken musste, gelang dem FC Kölliken die Reaktion auf die 0:1-Pleite bei Drittligist Adria Aarau. «Rothrist besitzt eine sehr gute Mannschaft. Umso mehr freut es uns, dass wir sie schlagen konnten», sagte Marco Wüst. (Pascal Kamber, Zofinger Tagblatt)